Die Göttin Isis


Die Göttin Isis, Lichtfilz, Eh-Yh-Ra, 2005

 

Als ich noch die schönen Beine betrachtete (eine ideale weibliche Schönheit wollte ich filzen), hörte ich eine Stimme in meinem Kopf sagen:

 

"Ich bin Isis. Ich bin der weibliche Weg in diesem Universum. Und nun hör mir zu!" Ein heiliges, prickelndes Sektgefühl durchlief meinen ganzen Körper, als ich gedankenversunken die schönen Filzbeine betrachtete, die gerade entstanden waren. "Aha, dachte ich, das wird also nicht einfach nur eine Schönheit, sondern eine Göttin!" So begann meine Beziehung mit Isis.

 

Sie begleitete mich durch den Entstehungsprozess, der neun Monate dauerte, bis ich die Puppe vollendet, verstanden und durchfühlt hatte. Sie sagte mir, wie sie aussehen und was sie anziehen wolle, und erklärte mir, was das alles bedeutete. Es war gleichzeitig eine großartige Selbsteinweihung, eine erneute Verankerung der Energie der Göttin auf der Erde und ich war ihr für diese Ehre sehr dankbar.

 

Die Puppe trug eine Echthaarperücke und war im Sitzen ca 65 cm hoch. Sie bestand ansonsten durch und durch aus Filz, ohne Skelett oder sonstigem anderen Zubehör. Der Körper wurde ausschließlich mit jeweils einer Nadel aufgebaut und war sehr fest und massiv. Das Kleid wurde genäht, der Kleiderstoff wurde auf Georgette in Nunofilz-Technik selbst entworfen und gefilzt.

 

Diese Puppe existiert nicht mehr, sie entstand im Zuge meines Erinnerns an karmische Verbindungen und als Selbsteinweihung in die Schwingung der Göttin. Warum ich sie zerstören musste und was ich dabei alles lernte, erfahren die LeserInnen meiner autobiografischen Erzählung "Hurra die Lichtfilzlinge kommen".