Trost - oder Finchen ist wieder da



Die Qualität, die Finchen hält, ist "Trost"


Der Delfin namens Finchen sinnierte lange Zeit zurückgezogen mit seiner Menschenfreundin Bärbel. Wir trafen uns nicht mehr so häufig, Bärbel hatte sich aus meinen Lieblingsseminaren zurückgezogen und mittlerweile einen ganzen Seminarzyklus "Lichtkörperprozess" bei einem anderen bekannten Lehrer besucht, und daher sehr häufig mit Symptomen zu tun, wie sie in einschlägigen Aufstiegs-Handbüchern beschrieben wurden.

 

Der Delfin unterstützte sie dabei sehr, das erzählte sie mir überglücklich. Ein halbes Jahr lang hatte ich in unseren sporadischen Telefonaten oder bei privaten Treffen von Bärbel immer nur gehört, die beiden sinnierten und meditierten zusammen, Bärbel war eine der großen Fans der Lichtfilzlinge und besaß nun noch ein paar weitere Prachtstücke.

 

Eines Tages klingelte das Telefon und Bärbel war dran: Sie klang ziemlich verstört und traurig und meinte:

"Finchen ist weg."

Ich wusste nicht, was sie sagen sollte, daher fragte sie vorsichtig: "Wie meinst du das?"

"Nun, Finchen ist weg. Ich halte nur noch einen Filzdelfin im Arm. Sie ist weg."

 

Sie könne auch nicht mehr mit Finchen reden, die Verbindung sei ganz abgebrochen. Sie hatte es einige Zeit ausprobiert, um schließlich zu dieser bitteren Erkenntnis zu gelangen. Ihr Finchen war weg, sie hielt nur noch einen Filzling im Arm. Nun, mittlerweile war ich ja schon regelrecht auf Überraschungen trainiert und nahm die Nachricht deshalb gelassen.

"Aha," sagte ich, "Finchen ist also gegangen. Das konnte doch nur bedeuten" – und jetzt formten sich spontan in meinem Kopf die Worte:

"Sie lässt dich grüßen, es war eine schöne Zeit. Jetzt brauchst du sie nicht mehr und ihre Fähigkeiten werden woanders erbeten."

 

So trauerten wir beide um Finchen, in dieser Endgültigkeit fühlten wir uns wirklich, als sei da jemand gestorben. Aber da gab es ja auch noch den "toten" Filzkörper. Nun, den mochte Bärbel auch nicht mehr. Da hatten ich eine plausible Idee:

"Der Filzkörper will wieder verändert werden, der fordert eine erneute Transformation!"

Bärbel meinte prompt: "Ja, das passt, ich fühle auch, dass ich mich sehr verändert habe."

 

So knöpfte ich mir das große Filztier erneut vor. Diesmal ließ ich meine Freundin selbst die Farben und Wollqualitäten auswählen und beriet sie dabei. Bärbel entschied sich für eine Mischung aus Dunkelblautönen und ich ging an die Arbeit. Es dauerte schon eine ganze Weile, den großen Delfinkörper erneut zu überziehen, außerdem sollte ich einen Mondstein an seinem dritten Auge sichtbar einsetzen. Und da mein Großvater von Beruf Goldschmied und Juwelenfasser war und ich ihm als Kind immer über die Schulter geschaut hatte, stellte eine Filzfassung zwar eine neue Herausforderung, aber kein wirkliches Problem dar.

 

Als der dunkelblaue Delfin mit dem Mondstein auf der Stirn fertig war, spürte ich eine neue, starke, männliche Kraft aus ihm strömen, pure wundervolle, klare Kraft. Bärbel spürte das ebenso, als sie ihn wieder in Empfang nahm. Sie kommentierte ihre Wahrnehmung mit:

 "Whow, ist der kraftvoll! Und eine wahrhaft männliche Energie hat der, so ganz anders als Finchen."

 

Als ich ihn ein letztes Mal zum Abschied so der Länge nach an mich drückte, hatte ich die Eingebung, dass der Delfin Chakren verbinden, ausgleichen und vereinigen könne. Alle Delfine aus meiner Werkstatt tun das. Er wirkt beruhigend und balancierend. Und ich war mir plötzlich sicher, dass der aufgestiegene Meister El Morya seine Energie durch dieses Tor sandte. Aber Bärbel wollte nichts davon wissen und sich nicht darauf festlegen. Warum sollte ich also darauf bestehen?

 

Tage später erzählte Bärbel mir, dass sie keinen Namen finden könne und deshalb heiße er jetzt einfach der Meisterdelfin, oder kurz, der Meister. Dieser Delfin hatte sich wohl einfach mit der ganzen Ebene der aufgestiegenen Meister verbunden, sozusagen als Standleitung in diese Dimension. Der Meister blieb dann auch bei Bärbel und lag, als ich ihn beim Abschied von Berlin das letzte Mal sah, immer noch oben auf der Couch, wo er das gesamte Wohnzimmer überblickte und den Raum hielt.

 

Damals zerbrach ich mir den Kopf, warum der eine Lichtfilzling ging und ein anderer nicht, aber ich fand keine Erklärung. Und von da an informierte ich die Menschen, dass es passieren könnte, dass ihr Lichtfilzling sich zurückzöge und dann hielten sie nur noch Filz im Arm. Denn es stehe ihm frei zu gehen.

 

Später erkannte ich, dass Bärbel die Energien und Themen des alten Delfins einfach auch erlöst, integriert und geheilt hatte und sie diese Verbindung deshalb nicht mehr brauchte. Und das war auch des Rätsels Lösung, warum ich selbst meistens die Energien meiner Lichtfilzlinge nicht spürte: Ich hatte diese Schwingungen bei mir bereits integriert!

 

Nur da, wo ich mich in einer Art Selbsteinweihung noch in Prozessen intensiv um die Verbindung bemühen musste, spürte ich das Fließen. Also spürte ich immer nur den Schwingungsunterschied. Und wenn ein Mensch sich für die Schwingung seines Lichtfilzlings mehr und mehr öffnete, kam das einer permanenten, leichten Energiebehandlung oder Einweihung gleich, und irgendwann erreichten Mensch und Lichtfilzling dann einen energetischen Gleichstand. Und es schien eine gute Idee, den Lichtfilzling dann wieder überarbeiten zu lassen, denn ich lade dann offensichtlich genau die richtigen Energien für den nächsten Schritt dieses Menschen in den überarbeiteten Lichtfilzling ein. Alles machte Sinn. Veränderung pur.

 

Eigentlich hatte ich mit Bärbel und Finchen da doch etwas Tolles entdeckt, denn nun konnten sich meine Lichtfilzlinge mit den Menschen verändern und mussten nicht in der Ecke verstauben und von besseren Zeiten träumen, sie wuchsen und transformierten sich wie die Menschen auch; Material und Verfahren eigneten sich ideal dazu. Ein Lichtfilzling konnte sogar selbst alle äußerlichen Vorstellungen mit seinem Menschen besprechen, das funktionierte dann vielleicht so:

"Ich habe von meinem Delfin geträumt, aber er hatte größere Augen und ein paar Punkte in weiß!"

Leicht konnten solche Veränderungen verwirklicht werden, genau so wie eine Verlängerung der Schwanzflosse oder eine Maulöffnung. Welche Potentiale sich damit eröffneten!

 


Doch die Geschichte geht noch weiter!



Finchen meldet sich wieder


In einem Seminar lernte ich wiederum ein halbes Jahr später Doro kennen. Die bestellte einen Heuler bei mir, einen kleinen schwarzen Seehund. Ich vermutete ja eher, dass die Heuler weiß seien, denn die lagen doch so alleine auf dem Eis oder der weißen Schneedecke herum, da oben im kanadischen Eismeer. Aber Doro bestand auf der Farbe Schwarz. Sie hatte sogar schon von ihm geträumt, und auch, dass ihr Seehund "Finchen" hieße.

 

Whow! Das war ja nun irre! Finchen aus Bärbels Delfin? Doro wusste nichts von Finchen, die aus dem Delfin verschwunden war. Wie kam sie auf diesen Namen? Aber ich behielt das für mich. Und nachdem ich Doro im Seminar etwas näher kennen gelernt hatte, wusste ich auch, warum gerade Finchen: Doro hatte noch ganz viel Schmerz in sich und es würde ihr gut tun, den in täglichen Portionen rauszuheulen, das spürte ich deutlich. Und Heuler, wie man diese kleinen Seehunde auch nannte, passte da ja sowieso besser. Offensichtlich hatte Finchen sich für eine neue Lichtfilz-Spezies entschieden, die noch viel besser zu ihrem Aufgabenfeld passte als ein Delfin.

 

Es dauerte eine Weile, bis ich mich innerlich auf den Heuler einstimmen konnte. Ich begann mit einem Seehundbaby, das aber unter meinen Händen viel zu groß und locker geriet. Parallel dazu entstand ein Delfin, und auch der wuchs und wuchs und blieb viel zu locker. Was tun? Mein Blick fiel auf die Waschmaschine, und ich dachte an einen Wollpullover, den ich vor Jahren viel zu heiß gewaschen hatte und der dann leider auf Kindergröße geschrumpft war. Ich sollte es doch einfach mal probieren. Ich packte die beiden übergroßen Tiere beherzt in die Waschmaschine und stellte den Kochwaschgang ein. Wenn schon, denn schon.

 

Und die beiden Lichtfilzlinge wurden dann wirklich wesentlich kleiner, ja sogar so kompakt und fest, dass ich mit meinen Nadeln kaum noch hineinkam, um ihre Oberfläche zu "bemalen". Allerdings musste ich mir auch eingestehen, dass der Versuch daneben ging, Delfin und Seehund sahen sich nämlich danach ähnlich, sie sahen aus wie Kaulquappen und schauten auch ziemlich geschunden drein. Ich nannte sie deshalb Wusel und Dusel. Das blieb mir eine Warnung: Nie wieder filzen in der Waschmaschine!

 

Aber wer weiß, vielleicht hatte Finchen diesen Zwischenschritt gebraucht, um vom Delfin in den Seehund zu wechseln. Später wurde mir diese Vermutung von Finchen sogar bestätigt. Das mit der Waschmaschine passierte nicht zufällig. Erst dadurch konnte Finchen überspringen, sie wurde durch mein Nadeln auf den Typ Delfin festgelegt, auch wenn sie die Freiheit besaß sich wieder zu entziehen. Sie war, wie ich später erfuhr, ein Engel und nutzte den Lichtfilzling nur als Tor. Und Wusel und Dusel erhielten einige spärliche Bemalungen und fanden später auf der Wohnmobilreise einen schönen Bauernhof. Dort wollten sie bleiben, denn ich hatte sie bei der Abreise glatt vergessen. Vielleicht liegen sie da immer noch unter einem alten Baum.

 

Ich setzte mich also noch einmal hin und begann von vorne. Diesmal wurde der kleine Heuler ein fast lebensgroßer großer Heuler, ohne auseinander zu fallen. Ganz schwarz wurde er und so richtig zum Kuscheln. Ich schickte ihn los, Doro bedankte sich begeistert und kam, wie erwartet, mit dem Seehund an ihre ungeweinten Tränen. Täglich konnte sie diese ein wenig mehr loslassen. Wenn ihre Kinder schliefen, setzte Doro sich in eine Decke gehüllt in den Sessel und sinnierte mit dem Seehund im Arm so vor sich hin. So reinigte sich ihre Seele.

 

Ich hatte ihr nichts über Finchens Spezialgebiet erzählt, wohl aber erwähnt, dass ich Finchen schon kenne und bereits einmal mit ihr zusammen gearbeitet hätte. So vergingen Wochen und wir telefonierten hin und wieder, weil Doro von mir auch mehrere Fern-Einweihungen erhielt und wir uns auch privat annäherten, denn alle Beziehungen liefen bei mir privat und unkompliziert. Irgendwann rief Doro an:

"Du, Finchen ist weg, da ist nur noch Filz, kann das sein?"

 

Ehrlich gesagt hatte ich schon darauf gewartet, dass Finchen wieder ginge, wenn genug geheult war. Wie schon Bärbel entschied sich Doro, die Filzfigur zu behalten und sie in Kur zu geben. Sie schickte mir den Heuler gut verpackt in einem großen Paket. Du lieber Himmel, sah der Seehund aus!

 

"Bist du mit dem armen Kerl stundenlang durch Dornengestrüpp gerobbt?" fragte ich sie im nächsten Telefonat. So sah der Heuler wirklich aus! Der hatte sichtlich intensiv energetisch gearbeitet – bestimmt wirklich bis an seine Grenzen! So ein fleißiges Finchen! Ich reinigte ihn mit einem salzwasser-befeuchteten Tuch und überfilzte seine Oberfläche neu, diesmal in silbergrau-schwarz-Verläufen. Und er grinste mich bald fröhlich an. Und siehe da, schon hatte ich eine neue und stärkere Energie eingeladen. Und so schickte ich ihn zurück. Doro gefiel auch der neue Seehund. Sie setzte ihn auf einen Sessel und diesen Platz beanspruchte er für sich auch weiter, solange ich noch von ihm hörte. Und das passte auch, wie ich mich bei einem Besuch überzeugen konnte. Der Seehund hielt die Energie des Raumes, ja des ganzen Hauses, das spürte ich deutlich.

 

Später kam ich auf die Idee, auch ohne Lichtfilzling direkt mit Finchen zu reden, so wie mit meinem Sanat Kumara. Und so reinigte ich meine Aura, verband mich mit meinem ICH BIN, formulierte meine Absicht, und tatsächlich, da hörte ich Finchen.

 

Und ich erfuhr: Im Moment gäbe es keine Arbeit bei mir, aber Finchen arbeite unentwegt, sie sei ein Engel, der noch übe, genau eine Eigenschaft (sie nannte es Qualität) zu halten, und das sei "Trost". Und wenn sie nicht über Lichtfilzlinge den Kontakt aufnähme, dann hielte sie sich einfach in der Nähe eines Menschen auf, der gerade Trost brauchte. Und ihre Nähe erlaube es dann diesem Menschen, seine Schleusen leichter zu öffnen. Und sie arbeite immer nur mit einem einzigen Menschen zur gleichen Zeit. Fortgeschrittenere Engel könnten vielen Menschen gleichzeitig helfen, aber das sei noch zu schwer für sie. Und natürlich käme sie auch gerne wieder in einen Lichtfilzling. Das sei ja nur ein Tor, das die Wahrnehmung des Kontaktes verstärke, sie würde sich sowieso um genau diesen Menschen kümmern wollen. Ich dankte ihr für die Erklärungen und die gute Zusammenarbeit. Und da erkannte ich auch, dass der Engel "Trost" ein Aspekt oder eine Eigenschaft von mir selbst war, und wenn der Engel grade keine Arbeit bei mir hatte, war ich eben nicht ganz bei Trost.

 

Viel später gelang es mir dann auch noch, mich mit Erzengel Raziel zu verbinden und einen wunderschönen und sehr kraftvollen Engel mit dieser Verbindung für meine Freundin Gudrun zu filzen, dieser Erzengel gehörte ebenfalls zu meinen Aspekten im Engelreich, aber was das bedeutete, fand ich erst im Laufe der nächsten Monate und Jahre heraus. Nach der Erfahrung mit Finchen erkannte ich, dass ich lieber ganz allgemein Lichtfilz-Tore zum gesamten Reich der Engel oder zum gesamten Reich der Erzengel oder der aufgestiegenen Meister machen wollte, statt mich auf bestimmte Wesen festzulegen, vielleicht hatte mich der Meisterdelfin auch genau darauf aufmerksam machen wollen. Und wer wusste schon, was die Zukunft bringen würde. Das Lichtfilz-Abenteuer hatte ja gerade erst begonnen.

 

Tore konnten also hin zu ganzen Dimensionen verbinden, wie der erste Lichtfilz-Delfin am Ende zu den aufgestiegenen Meistern oder wie die meisten Lichtfilzlinge zur Neuen Erde. Oder die Tore verbanden zu bestimmten Wesen einer Dimension, das konnte ein Naturwesen sein wie der Kobold, ein Engel wie Finchen oder ein aufgestiegener Meister wie St. Germain. Und die Neue Erde entsprach nach meinem innerem Wissen der besten, friedlichsten, bewusstesten und höchstschwingendsten Version einer wahrscheinlichen Zukunft unserer hiesigen Erde, und jede solche Verbindung durch einen Lichtfilzling machte diese Version des vollkommenen Planes auch noch zunehmend wahrscheinlicher.

 

Mittlerweile hatte ich auch herausgefunden, dass ich mich auf anderen Ebenen mit der Feinjustierung des Aufstiegs der Erde beschäftigte, und daher lag es nahe, dass ich auch am liebsten solche Tore erschuf für Menschen, die sich ebenfalls neben einer ganz persönlichen energetischen Unterstützung wünschten, dass dieser Aufstieg für alle Beteiligten so angenehm wie möglich ablaufen möge. Und diesen Hintergrund hütete ich damals im Stillen, und das ließ mich immer weiter machen, ich wusste einfach, das mit dem Aufstieg war meine Aufgabe, und ich wollte das ordentlich hinkriegen.